Longieren

Longieren ist erst in den letzten Jahren zu einer bekannteren Hundesportart geworden und findet in der Hundesportwelt immer mehr Einzug.

Zur Herkunft gibt es verschiedene Theorien. Es stammt möglicherweise aus dem Pferdetraining oder aus dem Hütetraining. In den 1960er Jahren wurde Longieren erstmals zur Konditionssteigerung skandinavischer Polizeihunde eingesetzt und erst 20 Jahre später begann der Schweizer Hundetrainer Hans Schlegel mit verhaltensauffälligen Hunden zu longieren.

 

Mittlerweile gibt es für das Longieren von Hunden verschiedene Trainingskonzepte und Ansätze.

 

Beim Longieren läuft der Hund außen an einer abgesteckten Kreismarkierung entlang. Der Hundeführer bewegt sich innerhalb des Kreises und gibt seinem Hund Hör- und Sichtzeichen oder führt seinen Hund allein durch Körpersprache. Die Kreismarkierung stellt eine Grenze für den Hund dar, die er nur auf Einladung seines Menschen überschreiten soll.

 

Der Mensch lernt beim Longieren seinen Hund durch Körpersprache zu führen und er lernt so die Körpersprache des Hundes besser wahrzunehmen, zu verstehen und im Umgang mit dem Hund zu nutzen.

 

Über den Grundgedanken des Longiertrainings "Nähe durch Distanz" steigert sich das Interesse des Hundes an seinem Menschen, schafft Vertrauen und eine ganz neue Bindungsqualität.

Der Hund lernt auf seinen Menschen zu achten und Grenzen zu akzeptieren, was sich auch auf den Alltag mit dem Hund auswirkt. Beim Longieren geht es nicht um Geschwindigkeit, sondern um Konzentration und Zusammenarbeit. Das Training verlangt eine hohe Konzentration des Hundes, sowie ein hohes Laufpensum. 

Der Mensch muss lernen, seine Körpersprache zu kontrollieren und auf richtiges Timing zu achten, was eine ebenso hohe Konzentration vom Menschen verlangt.

 

Longieren kann vielseitig gestaltet werden. Es können zwei oder mehr Kreise aufgebaut werden, um die der Mensch seinen Hund führt und das Longieren mit zwei oder mehreren Hunden oder Mensch-Hund-Teams ist möglich.

 

Longieren ist für viele Hunde geeignet, unabhängig von Größe und Alter.

 

Wir longieren in unserem Verein "rein körpersprachlich" , d.h. es wird ohne Motivationshilfen longiert. Allein der Mensch soll durch seine Körpersprache Motivation für den Hund werden/sein.

 


BUCHempfehlung:

Sami El Ayachi

Körpersprachliches Longieren mit Hund

Kommunikation und Verbundenheit aufbauen und festigen

 

ISBN 978-3-440-147481